Thailand kocht regional sehr unterschiedlich. Der zentrale Süden ist die Currys-Region: Grünes Curry mit Hähnchen, Massaman mit Lamm und Erdnüssen, Panang mit Rindfleisch. Hier ist die Küche durch das Königshaus geprägt – elegant, oft süßlich, mit Kokosmilch. Bangkok als Schmelztiegel bringt Pad Thai, Tom Yum Goong und Streetfood-Klassiker. Der Norden (Chiang Mai) ist herzhafter und weniger süß: Khao Soi (Curry-Nudelsuppe), Sai Ua (Wurst), gegrilltes Fleisch mit Klebreis. Der Isaan im Nordosten arbeitet stark mit Limette, Chili und gerösteten Reiskörnern – Som Tam (Papaya-Salat), Larb (Hackfleischsalat), Gai Yang (gegrilltes Hähnchen). Der Süden grenzt an Malaysia und kocht muslimisch beeinflusst, mit viel Kurkuma und schwerem Curry. Wichtige Techniken sind das Anrösten der Currypaste in Kokosfett, das schnelle Wokbraten und das Ausbalancieren der vier Geschmacksrichtungen am Ende.
Zur thailändischen Küche passt am besten ein leicht süßer Riesling oder Gewürztraminer, der die Schärfe abfedert. Auch ein Sauvignon Blanc funktioniert. Rotwein ist meist zu schwer. Thailändisches Bier wie Singha oder Chang ist die Alltagswahl. Zu süßen Currys schmeckt sogar ein Crémant. Als Beilage gehört Jasminreis – immer. Klebreis kommt eher zu Isaan-Gerichten. Eingelegte Chilis in Fischsauce (Prik Nam Pla) stehen auf jedem thailändischen Tisch zum Selbstwürzen, dazu ein Gurkensalat mit Erdnüssen. Im Sommer schmecken Som Tam und kalte Glasnudelsalate, im Winter wärmen Massaman und Tom Kha.
Das Spiel der vier Geschmäcker: scharf (Chili), sauer (Limette, Tamarinde), salzig (Fischsauce) und süß (Palmzucker). Jedes gute thailändische Gericht balanciert diese Komponenten. Dazu kommen aromatische Zutaten wie Zitronengras, Galgant, Kaffirlimettenblätter und Thai-Basilikum. Anders als in vielen anderen asiatischen Küchen wird relativ wenig mit Sojasauce gearbeitet, dafür viel mit Fischsauce und frischen Kräutern.
Du brauchst Fischsauce, Kokosmilch, Limetten, frische Chilis, Knoblauch, Thai-Basilikum oder Koriander, Jasminreis und Currypaste (rot oder grün, im Asia-Regal). Damit machst du schon Curry, Tom Kha und einfache Wokgerichte. Zitronengras und Galgant findest du im Tiefkühlfach von Asia-Läden, Kaffirlimettenblätter ebenfalls. Tipp: Ein Glas Currypaste hält im Kühlschrank Monate.
Galgant lässt sich notfalls durch frischen Ingwer ersetzen, auch wenn das Aroma anders ist. Kaffirlimettenblätter kannst du durch eine Kombination aus normalen Limettenblättern (Schale) ersetzen, auch das ist nicht identisch, aber funktioniert. Beide Zutaten gibt es heute oft im Tiefkühlfach – einmal gekauft halten sie ewig. Zitronengras-Paste in der Tube ist eine brauchbare Notlösung für die frische Stange.
Nein, du dosierst die Schärfe selbst. Massaman-Curry ist mild, Pad Thai ohne extra Chili ebenfalls. Tom Kha (Hähnchen-Kokossuppe) ist eher mild und cremig. Scharf wird es bei Som Tam, grünem Curry, Tom Yum und vielen Isaan-Gerichten. In Restaurants kannst du oft die Schärfestufe wählen. Beim Selberkochen lässt du Chilis weg oder entkernst sie – die Aromen bleiben trotzdem komplex.
Sehr schnell. Ein Curry mit Currypaste und Kokosmilch ist in 20 Minuten fertig, Pad Thai in 15 Minuten (wenn Reisnudeln eingeweicht sind), Tom Kha ebenfalls 20 Minuten. Som Tam und Larb-Salate gehen in 15 Minuten. Reis kochst du nebenher im Reiskocher oder Topf. Aufwendiger sind nur selbst gemachte Currypasten, Khao Soi mit hausgemachter Brühe oder Massaman mit langem Schmoren – die machst du am Wochenende.