Griechenland kocht regional sehr unterschiedlich. Auf den Inseln dominieren Fisch und Meeresfrüchte – gegrillter Oktopus, Sardinen, Calamari, dazu Salate mit Kapern und wildem Gemüse. Kreta hat eine eigenständige Küche mit viel Wildkräutern, Schnecken und Dakos (Gerstenzwieback mit Tomaten und Feta). Im Festland-Norden wird deftiger gekocht: Moussaka, Pastitsio (Nudelauflauf), Stifado (Rinderragout mit Zwiebeln) und gefüllte Auberginen. Die Mezze-Kultur ist überall präsent: Tzatziki, Taramosalata, Melitzanosalata, gegrillter Halloumi, Tiropita und Spanakopita aus Filoteig. Klassische Techniken sind das Grillen über Holzkohle (Souvlaki, Gyros), das langsame Schmoren in Tontöpfen (Kleftiko) und das Backen mit dünnem Filoteig. Honig, Joghurt, Walnüsse und Phyllo bilden die Basis vieler Süßspeisen wie Baklava und Galaktoboureko. Olivenöl ist nicht Beilage, sondern Hauptzutat.
Zur griechischen Küche passt natürlich Wein aus dem Land selbst: ein frischer Assyrtiko aus Santorini zu Fisch und Salaten, ein Agiorgitiko zu Lamm und Schmorgerichten. Retsina, der harzige Klassiker, polarisiert – probier ihn zu fettem Käse oder gegrilltem Oktopus. Ouzo als Aperitif mit Eiswasser und Mezze ist Tradition. Bier wie Mythos oder Alpha geht zu allem. Als Beilage gehören Brot, Tzatziki, gegrilltes Gemüse, Reis-Pilaw und natürlich Pommes frites mit Feta auf den Tisch. Im Sommer sind Choriatiki und kalte Mezze ideal, im Winter wärmen Fasolada (Bohnensuppe), Avgolemono und Moussaka.
Olivenöl als Hauptfett (nicht nur zum Würzen), Schafs- und Ziegenmilchprodukte wie Feta und Joghurt, Lamm statt Rind, viel frisches Gemüse mit wenig Schnickschnack, Zitrone als Säurelieferant statt Essig und Oregano als Leitkräutergewürz. Gegessen wird gemeinschaftlich, viele kleine Schälchen kommen gleichzeitig auf den Tisch. Süßspeisen sind oft mit Honig statt Zucker gesüßt und mit Filoteig gebacken.
Kauf ordentliches Olivenöl, Feta (echten aus Schafsmilch), Joghurt (10 % Fett, am besten griechisch), Tomaten, Gurken, rote Zwiebeln, Zitronen, Oregano und Knoblauch. Damit machst du Choriatiki-Salat, Tzatziki und einfache Lammspieße. Filoteig findest du tiefgekühlt im Supermarkt. Für Mousskaa brauchst du Auberginen, Hackfleisch und Béchamel – alles Standardzutaten.
Echter Feta hat eine geschützte Herkunftsbezeichnung, lässt sich aber durch andere Schafsmilchkäse wie bulgarischen Sirene oder türkischen Beyaz Peynir gut ersetzen. Auch Hirtenkäse aus dem Supermarkt funktioniert, hat aber weniger Aroma. Für Salate notfalls einen festen Ziegenfrischkäse nehmen. Wichtiger als die Marke ist die Qualität: Feta sollte cremig brechen, nicht gummiartig sein.
Sehr gesund, sie ist Teil der mediterranen Ernährung. Viel Gemüse, Hülsenfrüchte (Linsen, Kichererbsen, weiße Bohnen), Fisch, Olivenöl und Joghurt – wenig rotes Fleisch und Industriezucker. Klassiker wie Fasolada (Bohnensuppe), Horta (gekochtes Wildgemüse mit Olivenöl) oder gegrillter Fisch mit Salat sind nahezu perfekt ausgewogen. Auch Lamm in Maßen mit viel Gemüse ist eine gute Wahl.
Choriatiki mit Brot ist in 15 Minuten fertig, Tzatziki in zehn Minuten plus eine Stunde Ziehzeit. Souvlaki vom Hähnchen brauchst du 30 Minuten Marinade plus 15 Minuten Garzeit. Lammspieße ähnlich. Aufwendige Aufläufe wie Moussaka oder Pastitsio dauern eineinhalb bis zwei Stunden – ideal fürs Wochenende. Tipp: Mezze-Schälchen wie Tzatziki und Melitzanosalata halten sich im Kühlschrank drei Tage und sind perfekt zum Vorbereiten.